Ein kleines Dorf ganz groß: Stadtfest in Petersroda begeistert drei Tage lang
650 Jahre Petersroda, 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Petersroda – und ein Stadtfest, das wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Vom 18. bis 20. September wurde auf dem Sportplatz und der Festwiese gefeiert, getanzt, gerudert, geschlemmt und vor allem gezeigt, wie vielfältig und lebendig Sandersdorf-Brehna und ganz besonders Petersroda ist. Rund 3.000 Besucherinnen und Besucher kamen über das gesamte Wochenende nach Petersroda und machten das Fest zu einem eindrucksvollen Gemeinschaftserlebnis.
Schon das offizielle Programm versprach drei prall gefüllte Festtage mit DJ-Night, Festumzug, Stadtmeisterschaft, Stadtspektakel, Radio-Brocken-Party und großem Familienprogramm.
Knapp 1.000 Gäste zum Auftakt
Den Startschuss gab am Freitagabend die DJ-Night des Jugendbeirates. Knapp 1.000 Besucherinnen und Besucher kamen nach Petersroda und machten die Festwiese gleich am ersten Abend zum Treffpunkt für die ganze Region. Musik, Licht und ausgelassene Stimmung sorgten für einen Auftakt, der die Messlatte für das Wochenende hochlegte. Bis in die Nacht hinein wurde getanzt und gefeiert.
Ein Samstag voller Überraschungen
Der Samstag zeigte dann, was ein Stadtfest in Sandersdorf-Brehna ausmacht: Sonne, leider auch eine ordentliche Portion Wind – und unzählige Möglichkeiten, die Stadt und ihre Menschen kennenzulernen.
Bereits am Vormittag setzte sich der historische Festumzug in Bewegung. Bürgermeisterin Steffi Syska, Landrat Andy Grabner und der stellvertretende Ortsbürgermeister Roland Pfuhl waren passend zum Anlass in historischen Kostümen dabei. Auch Ortsbürgermeisterin Simone Engefehr nahm am Festgeschehen teil und wurde stilecht im historischen Fahrzeug des Autohauses Pfuhl chauffiert.
Moderatorin Suse Herrmann stellte entlang des Umzuges Vereine, Einrichtungen und Gemeinschaften vor, die das gesellschaftliche Leben der Stadt prägen. Mit dabei waren unter anderem der Heimatverein Petersroda, der Männerchor Polyhymnia, die Kita aus Roitzsch, die auch von Petersrodaer Kindern besucht wird, die Grundschule Brehna, Oldtimerfreunde, der Förderverein Dorfkirche Petersroda, der ESV Petersroda und die Nachwuchskicker der United 4 Lions, die mit Trommeln und lautstarken Schlachtrufen deutlich machten, für welchen Verein ihr Herz schlägt.
Auch der Seesportverein Klipper Sandersdorf e. V., die Jugendfeuerwehr sowie zahlreiche Mitglieder, Freunde und Wegbegleiter der Feuerwehr Petersroda reihten sich ein. Begleitet wurde der Umzug von den Klängen der Schalmeienkapelle Plodda.
100 Jahre Feuerwehr – und eine besondere Überraschung
Auf der Bühne würdigte Bürgermeisterin Steffi Syska anschließend 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Petersroda. Auch die Wehren aus Roitzsch und Glebitzsch überbrachten ihre Glückwünsche.
Dann folgte eine besondere Überraschung: Stadtwehrleiter Marcel Rechner wurde zum Hauptbrandmeister befördert. Für weiteren stolzen Feuerwehrnachwuchs sorgten die Petersrodaer Kinder, die offiziell mit der Jugendflamme ausgezeichnet wurden.
Sieben Ortschaften, ein Ziel: Stadtmeister werden
Spätestens bei der anschließenden Stadtmeisterschaft auf dem Ruderergometer wurde aus geselligem Stadtfest echter Wettkampf. Sieben der neun Ortschaften stellten eine Mannschaft mit jeweils fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter mindestens zwei Frauen.
Dank des Goitzsche Ruderclubs, der moderne Ruderergometer und professionelle Wettkampftechnik zur Verfügung stellte, herrschten beste Bedingungen. Und die wurden genutzt: Die Teams kämpften um jeden Meter, auf und vor der Bühne wurde angefeuert, gejubelt und mitgefiebert. Teilweise entschieden nur knappe Abstände über Sieg und Niederlage.
Am Ende setzte sich Ramsin durch und darf sich nun Stadtmeister 2026 im Ruderergometer nennen. Herzlichen Glückwunsch! Damit übernimmt Ramsin den Staffelstab von den Roitzscher Stadtmeistern der Stadtmeisterschaft 2025, die noch im Tauziehen ausgetragen wurde.
Und ein kleiner Ausblick sei erlaubt: Nach der Resonanz in Petersroda soll das Ruderergometer auch im kommenden Jahr wieder eine Rolle spielen. Dann bleibt für die Ortschaften sogar noch etwas mehr Zeit zum Trainieren – und zur Teamzusammenstellung.
Vereine, Unternehmen und ganz viel Petersroda
Rund um den Sportplatz gab es den ganzen Tag etwas zu entdecken. Im Sportlerheim erinnerte eine Chronikausstellung an die Geschichte Petersrodas. Auch die eigens erstellte Ortschronik konnte erworben werden.
Lokale Unternehmen nutzten das Stadtfest, um sich und ihre Produkte vorzustellen – und hatten im Vorfeld teilweise noch einmal ordentlich produziert, gedruckt und gefertigt. Ebenso präsentierten sich zahlreiche Vereine aus Petersroda und der gesamten Stadt. Das Brehn’sche Stadtleben war unter anderem mit seinem Smoothie-Fahrrad vertreten, die Campingfreunde aus Sandersdorf mit Kinderschminken und weiteren Aktionen.
Auch das Engagement für Petersroda selbst kam nicht zu kurz: Ein Teil der Sponsoren der neuen Spritzwand für die Brandschutzerziehung war beim Stadtfest vertreten. Zudem wurde unter allen Ausstellern für die Ortschaft gesammelt. Dabei kamen noch einmal 340 Euro zusammen. Ein herzliches Dankeschön an alle Aussteller und Unterstützer für diese zusätzliche Spende und die große Verbundenheit mit Petersroda!
Nicht nur für die Kinder gab es beim Stadtparcours einiges zu erledigen und ganz nebenbei die Stadt besser kennenzulernen. Jede Station stand für eine Ortschaft und war mit dem jeweiligen Wappen sowie dem Namen der Ortsbürgermeisterin oder des Ortsbürgermeisters gekennzeichnet.
Schausteller sorgten mit Schaukelkarussell und Berg-und-Tal-Bahn für zusätzliche Unterhaltung. Auch kulinarisch musste niemand hungrig bleiben: Von Langos über Fischbrötchen bis zur klassischen Bratwurst war für nahezu jeden Geschmack etwas dabei.
Im großen Festzelt fanden Petersrodaerinnen und Petersrodaer ebenso wie Gäste aus der gesamten Stadt Platz für Kaffee, Kuchen und ein Glas Wein. Auf dem Festplatz verzauberte Clownin Trixi die kleinen Gäste. Später zeigte der Roitzscher Carnevalsverein mit seinen Tanzgruppen, warum der Verein im karnevalistischen Tanzsport so erfolgreich ist – von den jüngsten bis zu den großen Tänzerinnen und Tänzern gab es viel Applaus.
Historischer Moment für Sandersdorf-Brehna
Gegen 17 Uhr folgte einer der besonderen Momente dieses Stadtfestes: die Fahnenweihe des neuen Stadtwappens der Stadt Sandersdorf-Brehna.
Bürgermeisterin Steffi Syska schlug in ihrer Ansprache den Bogen von der Geschichte der Stadt bis zum neuen gemeinsamen Wappen. Sichtbares Zeichen der Verbundenheit aller neun Ortschaften war das Einhängen der jeweiligen Ortsfahnenbänder durch die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister. Abgerundet wurde die Zeremonie durch die Segnung und eine eindrucksvolle Ansprache des katholischen Pfarrers.
Am Abend übernahm schließlich die Radio-Brocken-Show die Festwiese. Gemeinsam mit der Band Atemlos wurde gefeiert, getanzt und gerockt.
Was für ein Tag für den rund 550-Seelen-Ort Petersroda!
Am Sonntag gehörte die Festwiese noch einmal den Jüngsten
Auch am Sonntag war das Stadtfest längst nicht vorbei. Vor allem für die Kinderfeuerwehren wurde es noch einmal spannend. Stadtjugendwart Tilo Sommerlatte hatte gemeinsam mit der Stadt zum Wettkampf eingeladen. Fünf Mannschaften gingen an den Start.
Am Ende blieb der Titel dort, wo er bereits 2025 von der Jugendfeuerwehr gewonnen worden war: Renneritz ist erneut Stadtmeister. Herzlichen Glückwunsch!
Parallel dazu wurde es im Festzelt musikalisch. Der Männerchor Polyhymnia aus Petersroda und der Brehnaer Chor sorgten mit ihren Liedern und Gesängen für einen stimmungsvollen Ausklang. Ergänzt wurde das Sonntagsprogramm durch ein kleines Markttreiben, die Kidszone und die Oldtimerausstellung.
Und nachdem sich das Wetter fast das gesamte Wochenende gut gehalten hatte, setzte es zum Abschied noch einen kräftigen Regenschauer – beinahe wie ein Schlusspunkt hinter drei außergewöhnlichen Festtagen.
Danke, Petersroda!
Ein solches Wochenende entsteht nicht von allein.
Vielen Dank an alle Vereine, Feuerwehren, Unternehmen, Händler, Schausteller, Künstlerinnen und Künstler, Chöre, Helferinnen und Helfer, Organisatoren und Unterstützer. Danke an alle, die geplant, aufgebaut, gebacken, verkauft, dekoriert, moderiert, musiziert, abgesichert, aufgeräumt oder einfach mit angepackt haben.
Und ebenso ein großes Dankeschön an alle Besucherinnen und Besucher, die dieses Fest mit Leben gefüllt haben.
650 Jahre Petersroda. 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Petersroda. Rund 3.000 Gäste. Drei Tage Stadtfest. Was in dieser kleinen Ortschaft auf die Beine gestellt wurde, war bemerkenswert – und ein Fest für ganz Sandersdorf-Brehna.
Und nach dem Stadtfest ist bekanntlich vor dem Stadtfest:
2027 macht Sandersdorf-Brehna Station in Roitzsch – dann gibt es einen ganz besonderen Anlass zu feiern: 100 Jahre Volksbad Roitzsch.