01 - News | nichtamtliche News | Startseite | Wifo News

12. Wirtschaftskonferenz mit großem Zuspruch

Großen Zuspruchs erfreute sich wieder die Wirtschaftskonferenz der Stadt Sandersdorf-Brehna. In der 12. Auflage dieser Veranstaltung verfolgten die wieder zahlreich erschienenen Gäste aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Leben sehr interessiert das Thema "Strategie der Wirtschaftsförderung in Sachsen-Anhalt". Musikalische Akzente setzte die Musikschule "Gottfried Kirchhoff" aus Bitterfeld-Wolfen.

Unsere Wirtschaftsministerin, Frau Prof. Dr. Birgitta Wolf unterstrich in ihrem Redebeitrag sehr deutlich, dass es eine breit gestreute Wirtschaftsförderung nach dem Gießkannenprinzip nicht mehr geben kann - es steht nur noch ein Zehntel der Fördermittel als vor 20 Jahren zur Verfügung. Die großen Herausforderungen unserer Zeit lägen nicht mehr in der Massenarbeitslosigkeit sondern vielmehr im demografischen Wandel und dem immer noch vorhandenen Einkommensgefälle. Einer Abwanderung von Fachkräften kann man nur entgegen wirken, wenn hier vor Ort Perspektiven für die Jugend geschaffen werden. Also stellt sich die Frage, wie man Unternehmen helfen kann, gut bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen. Wichtig ist es hierbei zunächst eine innovationsstarke Unternehmerschaft zu haben. Dies will man mit der Stärkung von kleinen und mittleren Unternehmen mit starkem Wachstum, die hier im Land verwurzelt sind, schaffen, aber auch mit gezielter, selektiver Ansiedlungsförderung von Firmen, die sich auch hier vernetzen wollen und nicht nach Ablauf der Bindungsfristen wieder verschwinden. Und letztendlich gehört auch die Stärkung der Innovationsumgebung, sprich eine starke Hochschullandschaft, dazu. Hier sollten sich die Hochschulen der Wirtschaft öffnen und auch mehr auf die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Unternehmen eingehen.

Herr Menger, Geschäftsführer der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e.V. erläuterte, dass es schon einen entwickelten Mittelstand gibt, dieser aber international oft nicht auf Augenhöhe agieren kann. Hierzu müssen die Firmen noch stärker ihr Alleinstellungsmerkmal heraus arbeiten und auch Vermarktungsstrategien entwickeln.

Herr Prof. Ralf B. Wehrsporn, Institutsleiter des Fraunhofer Institutes für Werkstoffmechanik in Halle betonte, das in Halle zuerst für die Region, dann das Land und dann erst die Welt geforscht wird. Er stellt jedoch auch fest, dass es zu wenig Schnittstellen zu Firmen, zwischen dem Mittelstand und der Großindustrie gibt. Sachsen-Anhalt ist ein Vorreiter hier "Brücken" zu schaffen, die Innovation ist da. Es fehle aber oft das Geld für die Umsetzung besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Herr Frömert, Geschäftsführer der WiPro System GmbH & Co. KG konnte anhand der Firmenentwicklung sehr überzeugend darstellen, dass bei guten und optimalen Standortbedingungen, eigener Innovation und unermüdlichem Einsatz auch ein sehr starkes Größenwachstum möglich ist. Er betonte jedoch auch, dass dieses Wachstum, diese überaus positive Entwicklung ohne Fördermittel nicht möglich gewesen wäre.

Dr. Michael Schädlich, Geschäftsführer des ISW Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gGmbH moderierte wieder fachlich fundiert und charmant die Veranstaltung. Mit seinen zum Teil gewollt provokativen Fragestellungen konnte er die Podiumsdiskussion immer wieder entfachen. Zusammenfassend stellte er fest, dass Wissenschaft und Arbeit zusammen gehören, es aber auch entscheidend ist, dass die Menschen selbst etwas bewegen.

Öffentlichkeitsarbeit

 

Letzte Änderung am 19.10.2015, 10:31 Uhr

Zurück