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10. Wirtschaftskonferenz stößt auf riesiges Interesse

Ein wenig mussten sich die 350 Besucher am Donnerstag, 17.02.2011 schon gedulden. Wegen der hochkarätigen Referenten war die Wirtschaftskonferenz ein Besuchermagnet. Das große Medieninteresse war verantwortlich für die Verzögerung im zeitlichen Ablauf. Die Pressekonferenz überzog um 15 Minuten und blieb damit zumindest im akademischen Viertel.

Das Thema war brisant. "Sachsen Anhalt - attraktiv genug für Fachkräfte?" In dieser Frage stecken viele Herausforderungen an unser Bundesland. Der bestehende Fachkräftebedarf und die Gewinnung neuer Fachkräfte für die zukünftigen Aufgaben. Hierbei ist es wichtig, dass alle Beteiligten gemeinsam an Konzepten arbeiten die es ermöglichen gut ausgebildetes Personal in unsere Region zu locken und vor allem in unserer Region zu halten.

Bürgermeister Andy Grabner ging in seiner Eröffnungsrede auf die Anstrengungen ein, die die Stadt Sandersdorf-Brehna in ihrer Entwicklung unternimmt, um attraktiv für Familien und Unternehmen zu sein. Betrachtet man die demografische Entwicklung - ein Spagat der nicht immer leicht ist.

Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle beleuchtet die Thematik aus der Sicht Deutschlands als Exportland. Wichtig sei die internationale Kooperation. Führende deutsche Unternehmen rekrutieren ihre Fachkräfte schon auf dem internationalen Markt. Mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit im EU-Raum ab 1. Mai 2011 sind Chancen für die deutsche Wirtschaft verbunden. So Minister Brüderle weiter. Er sehe den positiven Wachstumstrend in Deutschland durch den Fachkräftemangel gefährdet. 

Der Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff stellte klar, dass es mit der Ausbildung neuer Fachkräfte nicht getan sei. Sein Ministerium will in den kommenden Jahren abgewanderte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nach Sachsen-Anhalt zurück holen. Das Projekt heißt "PFIFF" - Portal für interessiert flexible Fachkräfte. Seit April 2008 konnten schon 1.600 Stellen in Sachsen-Anhalt über dieses Projekt vermittelt werden. Sachsen-Anhalt entwickelt sich seit Jahren positiv. Beweis dafür ist die ständig steigende Zahl versicherungspflichtige Jobs im Land.

Dr. Sven Halldorn Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft betonte: " Mit 70% aller Arbeitsplätze bilden die mittelständischen Unternehmen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft." Bei der Bayer Bitterfeld GmbH wird große Sorgfalt auf die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter gelegt. Der Erfolg des Unternehmens hängt maßgeblich vom Personal ab. Es geht Sabine Onesciuc, Personalchefin am Standort Greppin vor allem um die richtige Einstellung und Motivation ihrer Mitarbeiter.

Mahnende Worte an die verantwortliche Politik fand der Leiter der Berufsschule II "Hugo Junkers", Andreas Heide aus Dessau. Es sei nicht der richtige Weg über Fachkräftemangel zu reden und den Berufsschulen nicht die dafür nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben. Er sehe Defizite im personellen und finanziellen Bereich. Nur mit einem optimierten Bildungsangebot ist man in der Lage, die hohen Anforderungen der Unternehmen an ihre Auszubildenden gerecht zu werden.

In seiner ruhigen und doch direkten Art moderierte Dr. Michael Schädlich anschließend die Podiumsdiskussion. Ein Veranstaltungsteil der diesen Namen auch verdiente. Mit ein wenig Provokation hier und einer detaillierten Nachfrage da, erzeugte Dr. Schädlich eine reges hin und her an Wortmeldungen. Fazit der 10. Wirtschaftskonferenz:

Sachsen-Anhalt ist attraktiv für Fachkräfte!
Sachsen-Anhalt ist maßgebender Faktor im Wirtschaftsraum Mitteldeutschland!

Die Zielstellung ist klar und es wird noch intensivere Kooperationen der öffentlichen Hand und der Wirtschaft geben müssen, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. Bürgermeister Andy Grabner und sein Team der Wirtschaftsförderung bedanken sich bei allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

Wirtschaftsförderung

Letzte Änderung am 19.10.2015, 10:31 Uhr

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