Bahnhofsgebäude Brehna

In den Jahren 1856 bis 1859 baute die Berlin-Anhaltische Eisenbahngesellschaft ihr Verbindungsnetz zwischen der preußischen Landeshauptstadt, der preußischen Provinz Sachsen und dem Königreich Sachsen aus. An der Strecke von Halle nach Berlin entstand ein Haltepunkt in Brehna. Hier errichtete die Eisenbahngesellschaft einen Personen- und Güterbahnhof mit mehreren Funktionsbauten.

Die Strecke Halle-Bitterfeld wurde am 1. Februar 1859 feierlich eröffnet und der erste Berliner Schnellzug erhielt in Brehna einen festlichen Empfang mit Musik.

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz bot den Brehnaern die Chance auf wirtschaftlichen Aufschwung. Der Güterbahnhof war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Standortfaktor, der die Gründung einiger Unternehmen und Handelsgeschäfte begünstigte: z.B. den Bau der Zuckerfabrik unmittelbar neben den entstehenden Gleisanlagen im Jahr 1858, die Errichtung einer Dampfschneidemühle nebst Holzhandel in der Nähe des Bahnhofes durch Zimmermeister Oscar Jacob im Jahr 1862 oder die Schaffung einer Dampf-Molkerei in der Bahnhofstraße im Jahre 1893.

Zum Brehnaer Bahnhofsensemble gehörten mehrere Funktionsgebäude, zum Beispiel ein Wasserturm und ein Güterschuppen sowie das Bahnhofsgebäude - ein repräsentativer zweieinhalbgeschossige Bau aus rotem Backstein - der vermutlich in den 1880er Jahre erbaut wurde. Auf dem Brehnaer Bahnhof gab es schon zur Eröffnung 1859

eine Bahnhofsgaststätte. Viele Pächter haben hier über 120 Jahre die Fahrgäste betreut. Der letzte Wirt war Herbert Neukirch. Er übernahm die Bahnhofswirtschaft im Januar 1962 und betrieb sie bis zu ihrer endgültigen Schließung im Juli 1989.

Nahezu alle Gebäude sind inzwischen abgerissen. Das aufgrund jahrelangen Leerstandes stark verfallene Hauptgebäude wurde 2020 abgetragen.

Quelle: Heimat und Geschichtsverein Behna e.V., Katja Münchow
Abbildung. Rosi Voigt, 2020

© Stefanie Rückauf E-Mail

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