Informationen von der Stadtverwaltung

Problemstellung

Auf kommunaler Ebene entstehen diese Zielkonflikte  dadurch, dass auf internationaler, nationaler sowie regionaler Ebene nicht miteinander vereinbare Ziele und Richtlinien zur Stärkung  nachhaltiger Entwicklung formuliert werden.
Verschärft werden die potenziellen Zielkonflikte durch die Einzelinteressen unterschiedlicher Akteure*innen.

Ein offener, integrativer Diskurs aller Beteiligten kann dazu beitragen, Zielkonflikte als Anstoß eines Wandels bestehender Denkmuster und Handlungsweisen zu nutzen. Ein solcher Wandel kann die nachhaltige Entwicklung stärken. (vgl. Buchmann, 2014). Bürgerbeteiligung und ein offener Austausch zwischen den  durch Zielkonflikte betroffenen Akteuren*innen sowie den politischen Entscheidungsträgern*innen und Experten*innen ist daher ein wichtiger Bestandteil des Forschungsvorhabens LAZIKN2030.

 

Die Vorgaben unterschiedlicher Richtlinien, Gesetze führen nicht selten zu  Zielkonflikten und stellen die Kommunen vor die große Herausforderung, neben ihren eigenen kommunalen Zielen auch die Ziele übergeordneter Ebenen umsetzen zu müssen, z.B. in den Bereichen Klima- oder Ressourcenschutz. Dadurch entstehen häufig Hemmnisse in der kommunalen Entwicklung.

 

LAZIKN2030 beschäftigt sich mit der Entwicklung und Erprobung innovativer Lösungen für Zielkonflikte der Nachhaltigkeit.  In der bestmöglichen Lösung eines solchen Konflikts können beide Ziele erreicht werden, ohne dass ein Aspekt der Nachhaltigkeit einem anderen untergeordnet werden muss. Lösungen sollten langfristig und tragfähig gedacht werden. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass die „Wechselbeziehungen und Wechselwirkungen aller Nachhaltigkeitsdimensionen umfassend ermittelt, dargestellt und beachtet werden“ (vgl. BMUB).

Zielkonflikte sind ein alltägliches Phänomen, das Kommunalverwaltungen häufig vor scheinbar unlösbare Aufgaben stellt oder zu suboptimalem Handeln führt (vgl. Buchmann, 2014).

Zielsetzungen wie z.B. das Aufstellen von Windkraftanlagen zur regenerativen Energieerzeugung scheitern nicht selten daran, dass windhöffige Flächen dem Naturschutz nützlich sind. Diese Flächen dienen dem Erhalt der Biodiversität sowie Ökosystemdienstleistungen. In einem solchen Fall steht die auf Bundesebene geplante Erzeugung regenerativer Energie zu der angestrebten Energiewende, der Biodiversität und dem Naturschutz gegenüber. Sowohl Klimaschutz als auch der Erhalt der Biodiversität sollen der globalen Problematik der Überschreitung planetarischer Grenzen Einhalt gebieten. Nun ist die Entscheidung in diesen Fällen gesetzlich geregelt, im Naturschutzgebiet ist das Aufstellen von Windrädern nicht erlaubt, aber wie kann eine Kommune dann die geforderten Ziele erfüllen? Wie kann sie ihre Entscheidungen den Beteiligten plausibel und transparent machen? Wie soll bewertet werden, welches Ziel vorrangig umgesetzt werden muss?

Für diese Fragen will der Forschungsverbund Lösungsansätze zu entwickeln.



 

© Doreen Scheffler E-Mail