Informationen von der Stadtverwaltung

Zielkonflikte der Nachhaltigkeit in der Samtgemeinde Barnstorf

Zielkonflikt A: Ausbau Windkraftanlagen vs. Flächenschutz / Lebens- und Wohnqualität

In der Samtgemeinde Barnstorf gibt es zahlreiche ruhige Wohngebiete im Grünen, für die sich viele Grundstückseigentümer*innen als Wohnort bewusst entscheiden. Durch die hohe Anzahl an Windkraftanlagen und dem von ihnen verursachten Lärm und Schattenschlag sowie deren Beleuchtung fühlen sich jedoch viele Einwohner*innen der Samtgemeinde Barnstorf in ihrer Wohn- und Lebensqualität beeinträchtigt. Zusätzlich entsteht durch den Bau von Windkraftanlagen zusätzlicher Flächenverbrauch. Andererseits wird auf unterschiedlichen politischen Ebenen der Ausbau regenerativer Energien (Agenda 2030 der UN, Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, Nachhaltigkeitsstrategie für Niedersachsen 2017, Leitbild der Samtgemeinde Barnstorf) gefordert. Zudem existiert ein wirtschaftliches Interesse der Grundstückseigentümer*innen den Bau von Windkraftanalgen auf ihren Grundstücken durchzuführen.

Die Kernfrage des Zielkonfliktes lautet demnach:

Wie kann man die Gewinnung von Windkraft (regenerativer Energie) in der Samtgemeinde Barnstorf weiter ausbauen und damit internationale/nationale/regionale/kommunale Vorgaben zum Ausbau regenerativer Energiequellen erfüllen, ohne die Belange von Lebens- und Wohnqualität der Einwohner*innen sowie den Flächenschutz zu beeinträchtigen?

 

 

Zielkonflikt B: „Ausbreitung des Wolfes vs. Sicherheit von Mensch / (landwirtschaftlicher) Nutz- und Weidetieren“

Der Zuwachs der Wolfspopulation und die Annäherung der Wölfe an den Menschen und dessen besiedelte Gebiete führen zu einem Gefühl des (subjektivem) Sicherheitsverlust der Bevölkerung in der Samtgemeinde Barnstorf und damit zu einem Verlust der Lebens- und Wohnqualität. Wölfe stellen eine potenzielle Gefahr für die Bevölkerung vor Ort (besonders für Kinder) dar. Zusätzlich entstehen durch die Ausbreitung des Wolfes Probleme und Kosten für die Landwirtschaft im Bereich der Weidetiererhaltung aufgrund von Nutztierrissen und Schutzmaßnahmen. Nach der Wolfs-Zuwanderung aus den östlichen Regionen war in Niedersachsen Im Jahr 2011/12 das erste Wolfsrudel entdeckt worden. Aktuell sind es etwa 12 bis 14 Wolfsrudel in Niedersachsen und deutschlandweit etwa 60 Rudel. Bisher gibt es keine nachweislich vom Wolf initiierten Angriffe auf den Menschen direkt, lediglich sind Fälle von Nutztierrissen bekannt.

Die Kernfrage des Zielkonfliktes lautet demnach:

Wie kann dem Anspruch der Bereitstellung des Lebensraumes für den Wolf Rechnung getragen werden und gleichzeitig das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung erhalten bzw. gestärkt werden?

 

 

© Doreen Scheffler E-Mail