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Vernissage »Hoffnung in Bildern« & Vorstellung Frauenhaus

Am 25.08.2026 fand im Mehrgenerationentreff (MGT) die Vernissage „Hoffnung in Bildern“ in Kooperation mit dem Frauenhaus aus Bitterfeld-Wolfen statt. Auf den ersten Blick sehen die ausgestellten Malereien einfach nur wie normale Bilder aus – Bilder von Menschen ohne künstlerische Vorkenntnisse. Doch hinter jedem einzelnen Bild steckt eine Geschichte. Geschichten von Frauen und Kindern, welche Gewalt, Kontrollzwang, Verlustängste und Unsicherheiten erfahren haben.

Die Bilder sind im Frauenhaus in Bitterfeld-Wolfen entstanden – gemalt von Frauen und ihren Kindern, die das Malen nicht rein als kreative Beschäftigung, sondern viel mehr als Möglichkeit gesehen haben, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, für die es manchmal keine Worte mehr gab. Angst. Trauer. Wut. Hilflosigkeit. Aber auch Hoffnung.

Viele der dargestellten Bilder sind oftmals düster. Betrachtende schlucken häufig zunächst über das Gesehene. Bei der Ausstellung berichtet das Team des Frauenhauses von den berührenden Geschichten hinter den Bildern. Dabei bringen die Mitarbeitenden der Einrichtung eines klar zum Ausdruck. Keine Frau sucht sich Gewalt aus. Niemand entscheidet sich bewusst, in Angst zu leben. Niemand verlässt sein Zuhause mit den Kindern, weil es einfach ist. Der Schritt aus der Gewalt heraus ist eine der mutigsten Entscheidungen überhaupt. Ziel der Ausstellung ist es, bei Gewaltfällen nicht wegzuschauen und den Betroffenen eine Stimme zu geben.

Sind Kinder nicht selbst Opfer körperlicher Gewalt, so trägt jedes von Ihnen dennoch seine ganz eigene Geschichte. Sie hören Schreie, sehen Übergriffe und spüren die Angst ihrer Mutter. All das Erlebte hinterlässt tiefe Wunden, die oftmals ein Leben lang nicht verheilen.

Neben der Ausstellung stellte sich auch das Team vom Frauenhaus mit seiner Arbeit vor. In der Einrichtung können bis zu acht Frauen und 17 Kinder beherbergt werden. Derzeit arbeiten fünf Sozialarbeiterinnen, eine Minijobberin und zwei Hauswirtschaftskräfte im Frauenhaus. Es ist ein Ort, an dem Frauen und Kinder zunächst einmal sicher sein dürfen. Es ist ein Ort, an dem niemand mehr kontrolliert, bedroht oder verletzt wird.

Viele der Frauen kommen nur mit wenigen Dingen in das Frauenhaus. Sie lassen ihr Zuhause, ihr gewohntes Umfeld und oftmals ihr bisheriges Leben zurück. In dieser Situation stehen die Frauen vor neuen Herausforderungen. Wie geht es weiter? Wo werden wir zukünftig wohnen? Wie soll ich meine Kinder versorgen? Wie bekomme ich finanzielle Unterstützung? Und das alles in einer Zeit, in der der Körper und die Psyche oftmals völlig erschöpft und müde sind.

Das Team des Frauenhauses hört zu, berät die Frauen, unterstützt bei Anträgen und Behördengängen, begleitet Gespräche und hilft bei der Suche nach neuen Perspektiven. Dabei wird versucht, ein Gefühl von „Sie sind nicht allein.“ und „Gemeinsam schaffen wir den nächsten Schritt in eine friedliche Zukunft“ zu vermitteln.

Um auch Frauen und Kinder aus Sandersdorf-Brehna in dieser schwierigen Zeit zu begleiten, bietet das Frauenhaus jeden 3. Freitag im Monat eine Frauenberatungsstelle im Mehrgenerationentreff an. Die Beratung findet in der Zeit von 10:00 – 12:00 Uhr statt und ist sowohl anonym als auch kostenfrei.

Irgendwann beginnt eine Frau wieder zu lachen und eigene Entscheidungen zu treffen und ein Kind fängt wieder an zu spielen.

Auch diese Phase wird in der Ausstellung gezeigt. Die Motive werden heller und freundlicher. Die Bilder zeigen Hoffnung und neu gewonnene Sicherheit sowie schöne Träume. Die Ausstellung zeigt somit nicht nur die Dunkelheit, sondern auch den Weg aus der Krise.

Die Stadt Sandersdorf-Brehna ist stolz, diese einzigartige Ausstellung im MGT präsentieren zu dürfen, um den Frauen und Kindern im Frauenhaus eine Stimme zu geben und auf das Thema „Häusliche Gewalt“ sowie auf die Angebote des Frauenhauses aufmerksam zu machen.

Schauen Sie nicht weg! Haben Sie den Mut. Unterstützen auch Sie Frauen und Kindern in Not. Die Frauenberatungsstelle im Mehrgenerationentreff unterstützt, wo Hilfe dringend benötigt wird.

Sachgebiet Jugend, Soziales und Kitas
Frauenhaus Bitterfeld-Wolfen