»Zwischen Angst und Hoffnung« - Bilderausstellung im MGT Sandersdorf
Im Mehrgenerationentreff (MGT) Sandersdorf ist derzeit eine besondere Bilderausstellung zu sehen. Unter dem Titel „Zwischen Angst und Hoffnung“ zeigen die ausgestellten Werke keine gewöhnlichen Bilder. Sie erzählen von Lebensgeschichten, die von Gewalt, Kontrolle, Angst und Verlust geprägt sind – zugleich aber auch von Mut, Widerstandskraft und Hoffnung.
Die Bilder sind im Frauenhaus entstanden und wurden von Frauen und ihren Kindern gemalt. Für viele war das Malen weit mehr als ein kreativer Prozess. Es war eine Möglichkeit, Gefühle sichtbar zu machen, für die es oft keine Worte gibt. Die Werke geben Einblicke in Erfahrungen mit häuslicher Gewalt, psychischer Gewalt, Stalking, Bedrohung, Kontrolle, Isolation und Abhängigkeit. Sie zeigen, wie tief Gewalt in das Leben von Betroffenen eingreift und dass sie niemals nur einzelne Menschen betrifft, sondern ganze Familien.
Besonders eindrücklich wird auch die Perspektive der Kinder sichtbar. Kinder erleben häusliche Gewalt nicht nur als Zeugen. Sie spüren Angst, Unsicherheit und Schmerz oft mit ihrem ganzen Wesen. Die Bilder machen deutlich, wie wichtig Schutz, Unterstützung und ein sicherer Ort für Betroffene sind.
Doch die Ausstellung erzählt nicht nur von Schmerz und Dunkelheit. Viele Werke zeigen auch Veränderung: Farben werden heller, Motive offener und Perspektiven weiter. Sie stehen für Hoffnung, für neu gewonnene Stärke, für das Gefühl von Sicherheit und für den Mut, einen Neuanfang zu wagen.
Jedes Bild ist mehr als Farbe auf Papier. Es ist eine Stimme, die lange nicht gehört wurde, und ein Zeichen dafür, dass selbst nach schwersten Erfahrungen wieder Hoffnung wachsen kann.
Die Ausstellung kann im Mehrgenerationentreff (MGT) Sandersdorf zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen, hinzusehen und sich berühren zu lassen.
Stefanie Rückauf
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Stadtmarketing