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Bürgerdialog in Sandersdorf

Bild vergrößern: Bürgermeisterin Steffi Syska und Ortsbürgermeister Andy Grabner beim Bürgerdialog
Bürgermeisterin Steffi Syska und Ortsbürgermeister Andy Grabner beim Bürgerdialog

Am 2. September fand in Sandersdorf ein Bürgerdialog mit Ortsbürgermeister Andy Grabner und Bürgermeisterin Steffi Syska statt. Leider nutzten nur wenige Bürger die Gelegenheit, Fragen zu stellen und aktuelle Entwicklungen zu diskutieren. Bürgermeisterin Steffi Syska informierte dabei ausführlich zu verschiedenen Themenbereichen, die für Sandersdorf von Bedeutung sind.

Stadtentwicklung und Planungen
ISEK und Wappen: Syska ging auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sowie um Stand zur Entscheidung zum neuen Stadtwappen ein.
Abriss und Wohnraum: Für die Straße der Chemiearbeiter im Bereich der abgerissenen Gebäude durch die NEUBI wird die Schaffung von neuem Wohnraum in Aussicht gestellt.
Sanierungen: In der Anne-Frank-Straße sind Sanierungsarbeiten geplant. Zudem wird am Park vor dem Bahnhof die Bordsteinkante abgesenkt, um die Zugänglichkeit zu verbessern.
Ortskernsanierung: Nachfragen hierzu wurden an den Ortschaftsrat weitergegeben. Mehrere Möglichkeiten wie ein Studentenwettbewerb wurden andiskutiert, vorhandene Elemente wie der Springbrunnen in den historischen Kontext gesetzt usw. Dennoch sei es wichtig, einen realistischen Zeitrahmen für die tatsächliche Umsetzung festzulegen und Entscheidungen mit klarer Deadline zu treffen.

Bahn- und Straßenverkehr
Planungen zu einer möglichen Bahnstrecke Leipzig–Köthen / Leipzig–Halle: Beide Verbindungen führen über Sandersdorf. Für die Modernisierung (u. a. komplette Schrankenanlagen) stehen 113 Mio. € im Raum. Das Ministerium prüft derzeit die wirtschaftliche Betrachtung mit einer Kosten-Nutzen-Rechnung. Neben besserer Anbindung könnte dieser Faktor genutzt werden, um auch Imagewerbung für Zuzug zu betreiben; zusätzlich wird die Güterverkehrsnutzung als wirtschaftlicher Faktor gesehen.
Verkehrssituation im Ort: Viele Bürger (auch über den Bürgermelder) bemängeln Raser und Falschparker. Grünpflege an Straßenkreuzungen und Geschwindigkeitsmessungen wurden besprochen.

Bildung und Ausstattung
Grundschule Sandersdorf: Über das IKT-Förderprogramm sollen die digitale Ausstattung und das Lernen im Präsenzunterricht modernisiert werden. Es ist beabsichtigt, jedem Schüler ein Tablet mit geeigneter Lernmanagement-Software für den Unterricht bereitzustellen – ein Schritt, den auch andere Grundschulen gehen.
Darüber hinaus ist eine Schulhofgestaltung vorgesehen. Hierfür wurden Fördermittel in Höhe von 85 % der Gesamtkosten beantragt, insgesamt rund 2 Mio. € für den Zeitraum 2026/27. Der Förderbescheid steht jedoch noch aus.

Kultur, Freizeit und Veranstaltungen
MGT Sandersdorf: Veranstaltungen laufen gut, insbesondere der Seniorensport ist stark nachgefragt. Sollte sich eine zusätzliche Übungsleitung finden, könnte eine weitere Gruppe eröffnet werden.
Stadtgarten: In Zusammenarbeit mit dem Jugendbeirat wird die Pflege abwechselnd organisiert, auch die TOKO ist eingebunden. Es gab die Anregung, den Park vor dem Bahnhof mit Sitzgelegenheiten und neuem Grün als Mehrgenerationenprojekt weiterzuentwickeln.
Veranstaltungskalender: Steffi Syska wies darauf hin, dass auf der städtischen Homepage ein Veranstaltungskalender zur Verfügung steht, in den alle Termine kostenfrei eingetragen werden können.

Infrastruktur und Versorgung
Sporthallen: Die Dachsanierung in der Ballsporthalle ist abgeschlossen, weitere energetische Maßnahmen werden vorbereitet.
Kohlemittel: Fördermittel werden u. a. für die Kita in Roitzsch und den Radweg Zscherndorf–Bitterfeld eingesetzt. Weitere Gelder sind bereits gebunden; es gibt Ideen für neue Wegeverbindungen mit Asphalt und Naturwegen.
Interkommunale Wärmeplanung: Syska stellte klar, dass für bestehende Gebäude keine Anschluss- oder Nutzungspflicht besteht (z. B. für Gas). Eine Pflicht kann lediglich bei der Erschließung neuer Baugebiete vorgesehen sein. In der Interkommunalen Wärmeplanung geht es hauptsächlich darum, Potenziale zu prüfen. Nach der medialen Debatte um Wirtschaftsminister Habeck herrschte Unsicherheit, die Stadt will mit transparenter Planung Klarheit schaffen.

Sonstiges
Amtsblatt „Lindenstein“: Bürgerinnen und Bürger wurden gebeten, sich bei Nichtauslieferung des Amtsblattes direkt bei der Verwaltung zu melden. Es wurde im Dialog deutlich, dass die Deutsche Post zunehmend unzuverlässig arbeitet – nicht nur beim Lindenstein.
Solarpark Kiesgrube: Das Planverfahren ist aktuell pausiert. Die Stadt prüft im Rahmen einer PV-Flächenanalyse, welche Gebiete bereits genehmigt sind bzw. noch Potenzial bieten. Die Plakatwerbung im Ort zu diesem Thema sei auffällig und nicht ansprechend und womöglich sogar imageschädigend, weshalb eine Entscheidung notwendig sei.

Fazit
Der Bürgerdialog am 2. September zeigte erneut, wie vielfältig die Themen in Sandersdorf sind – von Verkehr über Bildung und Energie bis hin zu Stadtgestaltung und Freizeitangeboten.

Stefanie Rückauf
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/ Stadtmarketing