Bürgerdialog in Ramsin: Austausch zu aktuellen Themen, Anliegen und Perspektiven
Am 1. Juni fand in Ramsin der Bürgerdialog mit Bürgermeisterin Steffi Syska und Ortsbürgermeister Kai Tkalec statt. Ziel der Veranstaltung war es – wie bereits in Heideloh und auch bei den kommenden Bürgerdialogen – mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen, aktuelle Entwicklungen vorzustellen sowie Hinweise, Kritik und Anregungen aus der Ortschaft aufzunehmen.
Bürgermeisterin Syska informierte zunächst über zentrale Themen der Stadtentwicklung. Beim Wappen befinde sich die Stadt in der finalen Abstimmung mit dem Landkreis. Angestrebt wird eine Beschlussfassung im Stadtrat am 1. Juli.
Auch das Stadtentwicklungskonzept ISEK wurde angesprochen. Neben geäußerten Bedenken seien viele konstruktive Ideen aus der Bürgerschaft, auch aus Ramsin, eingebracht worden. Das Thema soll in einem Sonderstadtrat weiter beraten werden.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Verkehrskonzept, das im Juni mit einer internen Vorlauf- und Analysephase startet. Anschließend soll ein Beteiligungskonzept folgen, damit Hinweise aus den Ortschaften einfließen können. Aus Ramsin wurden unter anderem beschädigte Wassereinläufe durch Lkw, die Roitzscher Straße, die Straßenreinigungssatzung sowie die Situation am Dorfteich benannt.
Ortsbürgermeister Kai Tkalec berichtete anschließend über aktuelle Themen aus Ramsin. Der Bürgerraum werde stärker nachgefragt. Mit neuem Geschirrspüler, Kühlschrank und Geschirr für bis zu 60 Personen hätten sich die Nutzungsmöglichkeiten deutlich verbessert.
Auch die SG Ramsin wurde angesprochen. Da neue Tore nun über die Stadt finanziert werden, stehen der Ortschaft rund 3.000 Euro anderweitig zur Verfügung. Diskutiert wurde unter anderem der Bedarf an einem Rasenmäher, der auch im Ort genutzt werden könnte.
Mehrfach ging es um die Unterstützung der Vereine und des Ehrenamtes. Themen waren unter anderem fehlende Lagerflächen, Vereinsmaterial, mögliche Fördermittel sowie die Pflege städtischer Flächen. Bürgermeisterin Steffi Syska betonte die große Bedeutung des Ehrenamtes als Stütze der Gesellschaft.
Weitere Themen wurden ebenfalls aufgegriffen:
• Die Wege auf dem Friedhof Ramsin sollen nach aktueller Planung 2027/2028 neugestaltet werden.
• Auf dem Spielplatz wurde eine Kreidetafel im Wert von rund 2.500 Euro installiert.
• Die Stadtradeltour wurde positiv hervorgehoben; Bürgermeisterin Syska dankte für solche Ideen.
• Das Stadtfest in Petersroda findet vom 19. bis 21. September statt; ein kostenfreier Shuttle aus den Ortschaften ist vorgesehen.
Aus der Bürgerschaft kamen zudem Hinweise zu baulichen Missständen und sogenannten Schrottimmobilien. Zu einer problematischen Immobilie in Ramsin erklärte Bürgermeisterin Syska, dass ein Verfahren laufe und eine bauliche Prüfung angestoßen sei. Erst nach Bewertung, Bepreisung und Ablauf der entsprechenden Fristen könne über konkrete Maßnahmen entschieden werden. Auch Sicherheitsbedenken wegen eines sichtbaren Risses an einem Giebel wurden angesprochen; der Sachverhalt wurde an den Landkreis weitergegeben.
Zur Gartenstraße wurde auf einen zugemüllten und aus Sicht der Anwohnerinnen und Anwohner wenig sinnvollen Graben hingewiesen. Genannt wurden fehlende Pflege, Laub, Probleme für Rad- und Autofahrer sowie mögliche Lösungen wie Begradigung, Versickerung oder Parklücken. Zudem wurde eine defekte Laterne gemeldet. Bürgermeisterin Syska bat darum, hierfür den Bürgermelder zu nutzen, da die Hinweise darüber direkt an die zuständigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter weitergeleitet werden.
Bei Ruhestörungen wurde auf die Gefahrenabwehrverordnung, insbesondere die Ruhezeit von 13 bis 15 Uhr, verwiesen. Bei anhaltendem Hundegebell sei ein Lärmprotokoll nötig; Meldungen müssten an das Ordnungsamt erfolgen, damit gehandelt werden könne.
Ein emotional diskutiertes Thema war die Zukunft der Kita in Ramsin. Kai Tkalec machte deutlich, dass die Kita derzeit noch vorhanden sei, man sich aber ehrlich mit der Entwicklung der Kindertagesstätten in der gesamten Stadt befassen müsse. Für die Kita Ramsin seien in der Vergangenheit rund 800.000 Euro aufgewendet worden. Sollte es perspektivisch Veränderungen geben, müsse über eine sinnvolle Nachnutzung des Gebäudes nachgedacht werden. Die Entscheidung treffe letztlich der Stadtrat, der Ort solle jedoch einbezogen werden.
Auch die ärztliche Versorgung wurde thematisiert. Ramsin verfüge mit Hausarzt und Zahnarztpraxis über wichtige Angebote, die nicht selbstverständlich seien und wertgeschätzt werden sollten.
Weitere Punkte betrafen unter anderem:
• eine Ersatzheckenbepflanzung an der Mühlstraße,
• den Wunsch nach Kunstrasen auf einer Schotterfläche am Sportplatz,
• städtische Mittel und Brauchtumsgelder,
• das derzeit ruhende Solarvorhaben an der Kieswerkstraße,
• die Schilfbeseitigung am Dorfteich unter Beachtung gesetzlicher Vorgaben,
• mögliche Ideen wie Hochbeet, Wasserhahn oder Wasserleitung, die als Impuls an die Ortsvertretung herangetragen werden müssten,
• Fördermöglichkeiten für Vereine und die Anregung, gegebenenfalls eine Vereinsveranstaltung zum Thema Fördermittel zu organisieren,
• die Initiative „Mein Schopp“ mit derzeit 119 von benötigten 220 Unterstützerinnen und Unterstützern,
• sowie den Hinweis, den Bürgermelder stärker für Anliegen wie defekte Beleuchtung, beschädigte Verkehrsschilder, Müllablagerungen oder andere Missstände zu nutzen.
Zum Abschluss wurde dem Ortschaftsrat und Ortsbürgermeister Kai Tkalec für ihr Engagement gedankt. Der Bürgerdialog machte deutlich, dass in Ramsin viele Themen offen und konstruktiv angesprochen wurden. Die Hinweise sollen nun in den zuständigen Gremien, Fachbereichen oder im Ortschaftsrat weiterbearbeitet werden.
Stefanie Rückauf
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/ Stadtmarketing